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Vereinsbuchführung

Sowohl das Freie Wort als auch die Thüringer Allgemeine berichten über einen Fall hier aus dem Ilmkreis (Böhlen) bei dem durch Fehler in der Buchführung die Existenz eines (gemeinnützigen) Vereins gefährdet war oder möglicherweise noch ist.

Gemeinnützige Vereine (und natürlich auch andere Träger) haben im deutschen Steuerrecht (§§ 51 AO ff.) einige Vorteile von denen andere Steuerpflichtige nur träumen können. Dazu kommt typischerweise auch noch ein relativ zurückhaltendes Vorgehen der Finanzverwaltung. Alles in allem also eigentlich eine recht komfortable Situation.

Der Preis für diese Vorteile sind aber einige Besonderheiten, die auch kaufmännisch/buchhalterisch gut Ausgebildeten Probleme bereiten können, weil sie sich vom “Normalfall” der unternehmerischen Betätigung unterscheiden. Beispiele hierfür sind die Abgrenzung von ideellem Bereich, Zweckbetrieb und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb, die steuerlich jeweils unterschiedlich behandelt werden oder die Anforderungen für die Anerkennung der (steuerlichen) Gemeinnützigkeit.

Gerade wenn Zweckbetrieb und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb gewisse Grenzen übersteigen, kann es zu Überraschungen bei Körperschafts- und Umsatzsteuer kommen.

Bei meiner jahrelangen Tätigkeit für Vereine, vor allem als Kassenprüfer eines großen Sportvereins, bin ich schon auf verschiedenste Fallkonstellationen gestoßen, die sich unter ungünstigen Umständen zu einer Existenzsbedrohung entwickeln können. Hier sollte stets frühzeitig gegengesteuert werden. Allein auf das Finanzamt verlassen ist gefährlich. Es gibt leider Situationen in denen der gutmütigste Finanzbeamte im Nachhinein nichts mehr ausrichten kann. Von den anderen ganz zu schweigen: Kaum ein Verein kann sich einen jahrelangen Rechtsstreit mit den Finanzbehörden leisten. Das gilt schon finanziell für die Verfahrenskosten aber erst recht, wenn die Steuerforderungen zunächst vollstreckt werden oder gar die Gemeinnützigkeit zeitweilig aberkannt wird.

Um Probleme schon im Ansatz zu vermeiden ist eine geordnete Buchführung unabdingbar und eigentlich auch eine qualifizierte Kassenprüfung. Bei steigender Komplexität (vor allem wirtschaftliche Aktivitäten) sollte stets ein Steuerberater oder Anwalt mit Kenntnissen im Steuerrecht “mit im Boot sein”.

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