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Nazivergleiche als neue (sozialistische) Leitkultur?

Es ist in der politischen Kultur der Bundesrepublik eigentlich allgemein anerkannt, dass jegliche Vergleiche heutiger Verhältnisse und Personen mit denen der Nazizeit unterbleiben sollten bei Höchststrafe des eigenen Untergangs.

Nun hat der Gregor Gysi mit klaren Worten die Meinungshoheit zur politischen Kultur beansprucht: “Die Unkultur kommt nie von uns, sondern immer von anderen.”

Das wurde von seinem Parteifreund Diether Dehm laut SPON sogleich umgesetzt als er die Enthaltung im dritten Wahlgang begründete: “”Was würden Sie denn machen, sie hätten die Wahl zwischen Stalin und Hitler? Was würden Sie denn machen, wenn Sie die Wahl zwischen Pest und Cholera haben?”

Über die inhaltliche Richtigkeit dieses Vergleichs braucht man nicht weiter nachzudenken. Die Auswirkungen auf den Umgang miteinander sind aber gravierend. Wo ist jetzt noch die Grenze? Autobahn, innerer Reichsparteitag, Goebbelsschnauze, rotlackierte Faschisten? Das ist nach Logik von Gysi und Dehm jetzt alles zulässig.

Mir wäre eine eher an der Sache orientierte Auseinandersetzung (nicht nur) in der Politik wesentlich lieber.

PS: Die “Entschuldigung” von Dehm ist eigentlich der nächste Skandal. Laut SPON ist er ja faktisch bei seiner Meinung geblieben und verlangt im Gegenzug den Respekt in der politischen Auseinandersetzung, den er ganz bewusst vermissen lässt.

PPS: Beim nächsten Beitrag wird es vorrangig wieder um juristischen Dinge gehen. Versprochen.

Nachtrag: “Die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch erklärte: „Die Erfahrung lehrt ja, dass solche Vergleiche nie etwas bringen, nie zielführend sind.“” (Quelle Hamburger Abendblatt) Falls das Zitat nicht aus dem Zusammenhang gerissen wurde, lehnt sie solche Vergleiche also nicht aus Prinzip ab, sondern nur wenn sie taktisch ungünstig sind.

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One Comment

  1. ThorstenV sagt:

    Falls das Zitat nicht aus dem Zusammenhang gerissen wurde, kann man daraus nur schließen, dass Gesine Lötzsch solche Vergleiche für taktisch ungünstig hält, denn da steht weder überhaupt etwas über Ablehnung, noch dass sie erschöpfend alle Ablehnungsgründe aufgezählt hätte.

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